Erfahrungen mit Praktikawelten von Anja-Lena - Freiwilligenarbeit und Journalismus Praktikum in Ghana
Erfahrungsbericht von Anja-Lena N., sie hat jeweils einen Monat im Bereich Sozialarbeit und Journalismus gearbeitet.
„Ich habe mich vor meinem Abflug natürlich über Ghana informiert, habe mir aber keine konkreten Vorstellungen gemacht, wie mein Aufenthalt in dem Land genau sein wird. Und das war gut so, denn es kommt ja immer anders als man denkt! Auch im Hinblick auf die Projekte habe ich mich überraschen lassen.
Meine Erwartung: Auf der einen Seite war es sehr schön, weil ich viele unterschiedliche Menschen kennengelernt habe. Auf der anderen Seite gab es aber auch einige negative Seiten an meinen Projekten. Die Leute sind einem nicht immer unvoreingenommen entgegen getreten, gerade bei meinem Journalismusprojekt, welches ich auch 2 Wochen früher abgebrochen habe, musste ich oft über Hitler und die reichen Deutschen diskutieren.
Ein typischer Tag sah in etwa so aus: Aufgestanden bin ich meist gegen sieben Uhr, auch wenn man oft schon früher wach war. Nach einem kurzen Frühstück ging es dann zum Kaneshi Market um mit dem Trotro zur Arbeit zu fahren. Die Projekte fingen um 9 Uhr an, um 15 Uhr war dann Feierabend. In dem Tagescenter habe ich mit den Kindern gespielt, mit ihnen gesungen und versucht, ihnen das Alphabet beizubringen. Das war oft schwierig, da meiner Meinung nach von den im Durchschnitt Zwei- bis Dreijährigen zu viel erwartet wurde und sie den Anforderungen, wie zum Beispiel lange still sitzen, nicht gerecht werden konnten. Auch das die Kinder von den Erziehern geschlagen wurden und sie oft fast schon gezwungen wurden, die großen Essensportionen aufzuessen, war oft schwer zu ertragen.
Um 15 Uhr ging es dann mit dem Trotro wieder nach Hause, die Fahrzeit betrug meistens ca. eine Stunde. Abends wurde dann lecker gekocht und auf der Terrasse geschwätzt.
Im Zusammenleben mit den Einheimischen habe ich sehr unterschiedliche und gegensätzliche Erfahrungen gemacht. Viele Ghanaer waren sehr freundlich und hilfsbereit und sehr an uns interessiert. Gerade mit den Nachbarn vom Praktikaweltenhaus kamen wir sehr gut zurecht. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass wir wegen unserer Hautfarbe und Herkunft ganz offensichtlich diskriminiert wurden, zum Beispiel in einer Bank nicht bedient wurden und über eine Stunde warten mussten, obwohl der jeweilige Sachbearbeiter und Schalter frei war. Auf den Straßen wurden wir auch oft angesprochen und angefasst, was nicht immer nur freundlich gemeint war. Da ich mich mit den meisten Teilnehmern sehr gut verstanden habe, haben wir viel gemeinsam unternommen. Am Wochenende sind wir meistens an den Strand gefahren, abends haben wir immer zusammengesessen und uns unterhalten oder ausgegangen. Wir sind auch zusammen gereist, in den Mole National Park und in die Volta Region.
Die schönsten Momente waren am Strand Reggae zu tanzen, Elefanten im Mole Park zu sehen, im Meer zu schwimmen und mit den Nachbarskindern zu spielen.
Die Betreuung vom Team in Deutschland war super. Vor Ort wurde ich von Norbert und Belinda - unsere Koordinatoren von Haus 2 betreut. Norbert hat sich sehr gut um uns gekümmert. Er war immer erreichbar und hilfsbereit und hat auf uns aufgepasst.
Belinda war als Leiterin des Hauses nicht immer an unseren Problemen interessiert, daher war ich froh, dass Norbert da war.
Ich habe sehr viel Freude, Freundlichkeit und Fröhlichkeit erfahren, aber auch Diskriminierung, Armut und Ungerechtigkeit. Es war die beste Entscheidung nach Ghana zu gehen! Ich habe nicht nur viel über Land und Leute gelernt, sonder auch viel über mich selbst. Mir sind das Land und die Menschen richtig ans Herz gewachsen.
Mein Tipp an künftige Teilnehmer: Feel free, sei für alles offen und genieße die Zeit!“
Wir freuen uns auch auf deinen Bericht – einfach per Email an info@freiwilligenarbeit-in-afrika.de senden!













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